Informationen aus erster Hand

Über die Königskerze (von Oswald Steinlechner)

mitgeschrieben von Claudia Winkler

Ab der Sonnenwende beginnen an trockenen Standorten und Ruderalflächen die eindrucksvollen Königskerzen ihre sonnengelbe Blütenpracht zu zeigen. Neben der Gemeinen Königskerze und der Kleinblütigen Königskerze ist für die Gewinnung der Blüten vor allem die Großblütige Königskerze(verbascum densiflorum) von Bedeutung.

Das Sammeln

Die Königskerze gewährt ihren Bestäubern sehr früh am Morgen Audienz. Schon vor den ersten Sonnenstrahlen öffnen sich am hohen Blütenstand die 4-5 cm großen Blüten und locken Insekten wieFliegen und (Wild)bienen an. Es empfiehlt sich, die Blüten so früh wie möglich am Morgen, also noch vor der Bestäubung, zu sammeln, dadurch wird die Pflanze zur weiteren Ausbildung von Blüten angeregt. Blüten, welche schon befruchtet sind, lassen sich nur unter Zurückbleiben des Fruchtknotens pflücken; in diesem Fall den kleinen Knubbel mit den Fingern abzwicken, auch hiermit wird das weitere Blühen angeregt.

Trocknen und Aufbewahren

Die Blüten auf ein Tuch oder auf Papier legen und an einem warmen, luftigen Standort ausbreiten, jedoch nicht in der prallen Sonne, bis sie rascheltrocken sind. Dieses Trocknen kann auch im Backrohrbei geringer Hitze( 40 °) erfolgen. Um das schöne Gelb zu erhalten, erfolgt die Lagerung der Blütendroge dann in luftdicht abgeschlossenen Gläsern. Andernfalls wird stetig Luftfeuchtigkeit angezogen, was zur bräunlichen Verfärbung der Blüten führt.

Anwendung und Wirkung

Vorwiegend finden die Königskerzenblüten Anwendung in Teemischungen zur Behandlung von Husten und Bronchitis. Hier kommt das breite Wirkungsspektrum ihrer Inhaltstoffe zum Tragen, da sie sowohl in Kombination mit Schleimdrogen wie Eibisch, Malve oder Spitzwegerich durch die schleimlösenden Eigenschaften der Saponine die Wirksamkeit erweitert, als auch umgekehrt bei trockenem Husten zu Drogen wie Fenchel, Thymian oder Primelwurzel einen Anteil an Schleimstoffen beisteuert, und damit den Reiz auf die Schleimhäute vermindert. Eine zusätzliche beruhigende Wirkung auf die Nerven sei hier auch erwähnt.


Quelle: Oswald Steinlechner, Kräuterbauer Umlberg